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Infoveranstaltung zum Bürgerwind in St. Arnold

Der Wind beginnt zu wehen

Das Interesse am Bürgerwind in Neuenkirchen ist groß: Rund 200 Besucher kamen am Mittwoch zur Infoveranstaltung in die Turnhalle der Josefschule. Vier Hybridtürme stehen bereits, im Herbst sollen die Anlagen in Betrieb gehen.

Der Bürgerwind ist in St. Arnold angekommen. Großes Interesse zeigten die Neuenkirchener für ihr Windprojekt: Über 200 kamen am Mittwochabend in die Turnhalle der Josefschule zur Infoveranstaltung, um sich auf den neuesten Stand in Sachen Bürgerwind Neuenkirchen bringen zu lassen.
Sie versammelten sich genau dort, wo alles begann und wo es zu Beginn der Planung ab 2011 noch heftige Diskussionen gegeben hatte. Und sie erfuhren dort auch, wie St. Arnold ganz konkret vom Windpark profitiert: 10.000 bis 13.000 Euro sollen demnächst jedes Jahr als Bonus in das Dorfentwicklungskonzept (DEK) fließen.
Die Gäste wurden umfassend informiert, zu den die Sprechern gehören Jörg Tiemann, Geschäftsführer der Bürgerwind Neuenkirchen GmbH & Co. KG, Stephan Deupmann, Beiratsmitglied, Ulrich Ahlke vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt, Bürgermeister Franz Möllering sowie Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Kai Plümer.

„Eine echte Chance"

Ahlke erläuterte das Klimaschutzkonzept des Kreises mit dem Ziel, bis zum Jahr 2050 energieautark zu sein, bis dahin soll also die Energie, die im Kreis verbraucht wird, auch vor Ort produziert werden. „Das geht nicht ohne Windenergie“, machte er deutlich. Nur 1,5 Prozent der Kreisfläche sei überhaupt Potenzialfläche für Windenergie. Für die ländliche Region „ist die Energiewende eine echte Chance“. Es gehe darum, die Akzeptanz für Windenergieanlagen weiter zu steigern. Am besten gelinge das, wenn sich Bürger finanziell und konzeptionell beteiligen können – durch Bürgerwindparks. Einer von 15 neuen im Kreis entsteht in St. Arnold, mit drei Nordex-Windenergieanlagen auf Neuenkirchener Gemeindegebiet und einer in Rheine-Catenhorn.
Tiemann lieferte Informationen zur Entstehung, zum Konzept, zum Planungs- und Projektstand sowie zum Dorffonds für das DEK. Mit dem Bau der Anlagen liege man bislang voll im Plan. Vier Hybridtürme stehen, im Herbst sollen die Anlagen in Betrieb gehen. „Ein Thema liegt mir besonders am Herzen, und das ist die Schlagschattenregelung“, wies er darauf hin, dass im Kreis Steinfurt die „Nullregelung“ gelte: Das heißt, die WEA sind mit einer Schattenabschaltautomatik ausgerüstet. Die Anlagen schalten für den Zeitraum des Schattenwurfs ab. „Und wenn Sie sehen, dass das nicht funktioniert, melden Sie sich“, forderte er die Nachbarn auf.
Außerdem machte er den Bürgern Hoffnung, die sich bei Dunkelheit am Blinken der Anlagen stören. In Zukunft werde es die Möglichkeit der „bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung“ geben: Die nächtlichen Warnlichter schalten erst ein, wenn sich ein Flugzeug nähert.

Pachterträge im Dorffonds

Statt die St. Arnolder nach dem Pacht-Anwohner-Modell an dem Windpark zu beteiligen, fließen die Pachterträge für die Bürger in St. Arnold in einen Dorffonds, das sind 10.000 bis 13.000 Euro im Jahr. Die erste Zahlung soll ab 2018 fließen. „Eine Summe, mit der wir in St. Arnold tolle Sachen machen können“, sagte Deupmann. Verwaltet wird der Fonds vom DEK und seinen Ansprechpartnern Karl-Heinz Kreimer und Frank Oley. „Neue Bürgerprojekte sind jederzeit möglich und jeder Bürger kann einen Projektantrag stellen“, so Deupmann.
Nachdem Tiemann noch die Finanzierung des von Kreissparkasse und VR-Bank zwischenfinanzierten 21 Millionen-Projekts („Erst bauen, dann prospektieren“) vorgestellt hatte, erläuterte Plümer finanzielle und steuerliche Aspekte der Beteiligung an der Bürgerwindpark GmbH & Co. KG und klärte über Rechte und Pflichten der Beteiligten auf. Im Beirat werde auch ein Vertreter der Anwohner und Grundstückseigentümer vertreten sein, versprach Tiemann. Das sei ihm wichtig.

Zeichnungsinteresse bekundet

Zahlreiche Bürger haben bereits ihr Zeichnungsinteresse über die Internetseite des Bürgerwindparks bekundet und können dies auch weiterhin tun. Wenn der Prospekt fertiggestellt ist – frühestens 2018 – werde zur öffentlichen Einwerbeveranstaltung eingeladen. Das Interesse an einer Beteiligung ist groß und das Steuerungsteam rechnet mit einer vielfachen Überzeichnung.

www.buergerwind-neuenkirchen.de

Fragen und Antworten:

„Wird es bei der finanziellen Beteiligung eine Höchstgrenze geben?“ 

Ja, wird es. Wie hoch die sein wird, steht indes noch nicht fest. Die Mindestbeteiligung liegt nach den Leitlinien für Bürgerwindparks bei 1000 Euro.

„Können Windparks auch nach der Laufzeit von 20 Jahren noch wirtschaftlich weiterbetrieben werden?“

Das hängt vom Strompreis ab, im Moment sieht es eher nicht so aus. Nach 20 Jahren werden die Windräder in der Regel zurückgebaut.

„Und wenn die Windräder nach zehn Jahren veraltet sind – wird dann umgerüstet?“

Ein klares Nein. Wohl kann es leichte technische Anpassungen geben.

„Und wenn der Blitz einschlägt?“

Zwölf Monate zahlt die Versicherung für die Betriebsunterbrechung, der Rest ist wirtschaftliches Risiko.

 
Autor: Eva Boolke
Quelle: Mv-Online
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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